MUTMASSUNGEN ÜBER JOSEPH



ZEIT UND UNZEIT DER ENGEL

Erst wenn des Sterblichen Flügel am Boden schleifen, spürt er, daß er sie hat, daß er einst, ja noch gestern, zu fliegen vermochte, daß er sich täglich, wie ihm nun scheint, über die Erde erhob. Niedergeschlagen, ist ihm jetzt gar nichts mehr möglich. Kaum, daß er den Blick auf Kopfhöhe hebt. Jetzt ist er nur noch empfänglich für Engel, darunter macht er's nicht, für die einstigen Brüder im Hochflug, Vorboten, Boten eines vielleicht sich noch einmal ihm neigenden Glücks. Gierig versichert er sich ihrer zumeist guten Verheißungen. Heilig werden ihm Heilige Schriften.

Kaum aber dreht sich das Blatt, kaum hat er wieder Wind unter den Flügeln, setzt er zur Jagd an, macht Jagd auf zwitterhafte Geschöpfe. Zwei oder drei Meter über dem Boden spannt er das Netz aus. Verfängt sich ein Engel darin, stutzt er ihm hart das Gefieder. Was dann vom Engel noch übrigbleibt, sperrt er erbarmungslos in die Voliere der Mythologie.

MUTMASSUNGEN ÜBER JOSEPH



KAUSALITÄTEN

Gott verdanken
Wir die Propheten.
Zu seinem Munde
Hat er sie erwählt.

Wir verdanken
Es den Propheten,
Daß wir das wissen,
Sonst wüßten wir's nicht.

Gott verdanken
Wir den Propheten,
Uns allerdings
Verdanken sie ihm.









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